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IBM Forscher entwickeln die nächste Generation von Chipkühlungstechnologien

"Coole" Mikrotechnologien kühlen heisse Chips  English 

London, 26. Oktober 2006—Auf dem BroadGroup Power und Cooling Summit haben IBM (NYSE: IBM) einen neuen, innovativen Ansatz zur Verbesserung der Kühlung von Computerchips vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine zunehmende Dringlichkeit angesichts der hohen Menge an Abwärme, die von heutigen, leistungsfähigen Prozessoren abgegeben wird sowie im Hinblick auf die zusätzliche Energie, die zur Abführung der Hitze benötigt wird.

Das neue Verfahren, genannt "High Thermal Conductivity Interface Technology", erlaubt eine zweifache Verbesserung in Wärmeabführ gegenüber derzeit gängigen Verfahren. Dies ebnet den Weg für eine weitere Entwicklung kreativer Elektronikprodukte durch die Nutzung leistungsfähigerer Chips ohne komplexe und teure Systeme, um diese zu kühlen.

In dem Mass wie die Chipleistung analog zu Moore's Law steigt, ist effektive Chipkühlung eines der drängendsten Probleme für die Entwickler von Elektronikprodukten geworden. Das heute vorgestellte IBM Verfahren ist einer von mehreren Wegen, die derzeit von Wissenschaftlern am Züricher IBM Forschungslabor untersucht werden.

Der Ansatz, der von IBM verfolgt wird, adressiert den Verbindungspunkt zwischen dem heissen Chip und den verschiedenen Kühlkomponenten, die heute eingesetzt werden, um die Hitze abzuziehen, inclusive der Heat Sinks. Spezielle partikel-gefüllte viskoseartige Pasten werden typischerweise an diesen Schnittstellen eingesetzt, um sicherzustellen, dass Chips sich gemäss der Wärmeentwicklung ausdehnen und zusammenziehen können. Die dabei eingesetzten Pasten werden so dünn als möglich gehalten, um eine effiziente Wäremabfuhr vom Chip zu den Kühlkomponenten zu ermöglichen. Ein zu dünner Auftrag jedoch könnte den Chip beschädigen oder gar zerstören beim Einsatz konventioneller Technologien.

Unter Einsatz moderner Mikrotechnoloige haben IBM Forscher jetzt eine Chip-Kappe mit einem Netz von baumähnlich verzweigten Kanälen auf ihrer Oberfläche entwickelt. Das Muster wurde so entwickelt, dass im Falle einer Druckausübung die Paste gleichmässiger verteilt wird und der Druck über den Chip hinweg gleichmässig verteilt wird. Dies ermöglicht den Erhalt einer Gleichartigkeit bei zweifach geringerem Druck und zehnfach besserem Hitzetransport über die Schnittstelle.

Dieses bisher einzigartige und extrem leistungsfähige Design für Chipkühlung stammt aus der Biologie. Systeme hierarchischer Kanäle finden sich vielfach in der Natur, beispielsweise bei Blättern, Wurzeln oder im menschlichen Kreislauf. Diese bedienen sehr grosse Volumen mit geringer Energie, was für alle Organismen, die grösser als einige Millimeter sind, äusserst bedeutsam ist. Altertümliche Wasserverteilsysteme hatten einen ähnlichen Ansatz.

Der vorgestellte Prototyp ist Teil einer grossen Anstrengung innerhalb der Forschungs- und Entwicklungsorganisation von IBM, um die Kühlleistung der nächsten und künftiger Generationen von Computersystemen zu verbessern.

Der Kühlungs-"Flaschenhals" resultiert aus dem Hunger nach permanent leistungsstärkeren Computerchips und wird einer der ernsthaftesten Engpässe der Chipleistung insgesamt. Heutige Hochleistungschips erzeugen bereits eine Energiedichte von 100 Watt pro Quadratzentimeter — das entspricht bereits einer Grössenordnung (i.e. Faktor 10) mehr als der einer typischen Kochplatte. Chips von morgen könnten sogar noch höhere Energiedichten erreichen, die Oberflächentemperaturen erzeugen würden, die der Sonnenoberfläche entsprächen (ca. 6000 Grad Celsius), würden sie nicht gekühlt werden. Gegenwärtige Kühlungstechnologien, hauptsächlich basierend auf verstärkter Luftumwälzung (Lüfter), die über Hitzeleiter mit dicht gepackten Ventilatoren blasen, haben mit der heutigen Generation von Elektronikprodukten ihre Grenzen voraussichtlich erreicht. Was die Situation verschlimmert, ist, dass die Energiemenge zur Kühlung von Computersystemen sich rasant der Energiemenge annähert, die für das Computing selbst erforderlich ist. Damit verdoppelt sich fast der Kostenblock für die Energieversorgung.

"Kühlung ist eine ganzheitliche Herausforderung - vom individuellen Transistor bis ins Rechenzentrum. Leistungsfähige Verfahren, die so nah als möglich an den Chip herangebracht werden, wo die Kühlung am meisten gebraucht wird, werden essentiell für die Bewältigung der Stromverbrauchs- und Kühlungsaufgaben sein", sagt Bruno Michel, Manager Advanced Thermal Packaging Research Group, IBM Forschungslabor Zürich.

Mit Blick jenseits der Grenzen von luftgekühlten Systemen haben die Züricher Forscher vor, ihr Konzept eines verzweigten Kanaldesigns weiter zu entwickeln. Dabei geht es um einen neuartigen und vielversprechenen Ansatz für Wasserkühlung. Unter dem Namen "Direct Jet Impingement" wird dabei Wasser auf die Rückseite eines Chips verteilt und wieder abgesaugt in einem komplett geschlossenen System, das aus einer Aufstellung von bis zu 50.000 winzigen Ausbringungspunkten und einer komplexen baumartigen Rückführungsarchitektur besteht.

Durch die Entwicklung eines komplett geschlossenen Systems gibt es kein Risiko, dass Kühlflüssigkeit mit der Elektronik auf dem Chip in Berührung kommt. Darüberhinaus war das IBM Team in der Lage, die Kühleigenschaften des Systems zu verbessern, indem Wege gefunden wurden, die Strukturen direkt auf der Rückseite des Chips aufzubringen und dadurch die Widerstand erzeugenden Wärmeschnittstellen zwischen Kühlsystem und Silizium zu vermeiden.

Die ersten Laborergebnisse sind beeindruckend. Das Team hat die Kühlung von Energiedichten von bis zu 370 Watt pro Quadratzentimeter mit Wasser als Kühlungsmittel nachgewiesen. Dies liegt weit jenseits der Grenzen gegenwärtiger Luft-Kühlungstechnologien, die circa 75 Watt pro Quadratzentimeter erreichen. Dennoch verbraucht das neue System viel weniger Energie für die Umwälzung als andere Kühlsysteme derzeit.

 
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Nicole Herfurth
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Images
Cross-sectional schematic[72 dpi with text]
[300 dpi with text]
[300 dpi without text]
The image shows a cross-sectional schematic of the cooling architecture using the high thermal conductivity interface. A highly viscous paste is brought between the chip cap and the hot chip in order to reduce the thermal resistance. Thanks to its tree-like branched channels, the architecture allows the paste to spread very homogenously and attains a thickness of less than 10 micrometers. With this technique, two times less pressure is needed to apply the paste and a twofold increase in cooling performance can be achieved.
Cross-sectional schematic[72 dpi with text]
[300 dpi with text]
[300 dpi without text]
The image shows a cross-sectional schematic of the jet impingement cooling system that eliminates the thermal interface. Here, the hot chip is directly cooled by a multitude of small streams of water. The technique employs a distributed return architecture with alternating inlets and outlets to squirt small amounts of water onto the chip and suck them off again, The 50,000 channels are 30-50 micrometers wide and made with microtechnology (MEMS). With the JAC a cooling performance of up to 370 W/cm2 was demonstrated with water as coolant.
hierarchical channel design[72 dpi]
[300 dpi]
Close-up of the micrometer-sized tree-like hierarchical channel design.
High thermal conductivity interface[72 dpi]
[300 dpi]
The image shows the high thermal conductivity interface after the paste has been applied. The pattern of paste arises from the hierarchical channel design of the interface that controls and optimizes the spread of the paste.
Three-dimensional representation of one inlet and outlet tree[72 dpi]
[300 dpi]
Three-dimensional representation of one inlet and outlet tree, similar to the human vascular system.
SEM image[72 dpi]
[300 dpi]
A scanning electron microscope image showing a cross section through the jets and four hierarchical layers of manifolds (jets). Blue arrows indicate the water flow.
Jet impingement cooling module[72 dpi]
[300 dpi]
Image of a jet impingement cooling module (in the foreground) and chip (in the background) before assembly. The module has been placed on a finned copper air heat sink weighing several kilograms. Such a sink would be required to obtain a sufficient cooling performance for the next generation of computer chips.

 

     
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