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Hannover, Deutschland, Rüschlikon, Schweiz, 3. März
2008 — IBM (NYSE: 2008) Forscher aus dem Labor
in der Schweiz haben den ersten Prototyp einer neuartigen Visualisierungssoftware
für elektronische Patienteninformationen entwickelt. Mit
der Anatomic Symbolic Mapper Engine (ASME) Software lassen sich
medizinische Patienteninformationen anhand eines virtuellen anatomischen
Modells des menschlichen Körpers, eines so genannter Avatars,
schnell und einfach erfassen und abfragen. Damit kann die Patientenversorgung
erheblich verbessert werden. Zur CeBIT zeigt IBM erstmalig
die Integration dieser Software in den Lotus Notes 8 Client und
damit die Erweiterung um Kollaborationsfunktionen.
Datenflut im Gesundheitswesen
Im Laufe des Lebens sammeln sich unzählige medizinische Daten über
den Gesundheitszustand eines Menschen an den verschiedensten Stellen
des Gesundheitswesens an. Für Ärzte, Krankenhäuser
oder Krankenkassen ist es immens schwierig, den Überblick
zu behalten — ganz zu schweigen vom Patienten selbst. Das
führt zu Ineffizienz, Kostensteigerungen und zu einem erhöhten
Risiko von Fehlbehandlungen.
ASME — „Google Earth“ für den menschlichen
Körper
IBM Forscher aus dem Labor in Zürich haben in enger Zusammenarbeit
mit IBM Dänemark und Kunden eine neue Visualisierungssoftware
entwickelt, die hier Abhilfe schaffen kann. Die Anatomic Symbolic
Mapper Engine (ASME) führt Patienteninformationen in einer
völlig neuen Art und Weise zusammen. Die elektronischen Gesundheitsdaten
eines Patienten werden mit einem dreidimensionalen anatomischen
Modell des menschlichen Körpers verknüpft. Dadurch haben Ärzte
die Möglichkeit, sich mithilfe der 3D-Darstellung schnell
und einfach einen Überblick über Patienteninformationen
zu verschaffen oder bisherige Behandlungen sowie behandelte Körperteile
gezielt zu suchen und zu lokalisieren, und zwar so, wie sie es
gewohnt sind: anhand des menschlichen Körpers.
So lassen sich etwa per Mausklick auf eine bestimmte Körperstelle
sämtliche Informationen über diese abrufen. Mussten sich Ärzte
bisher durch Stapel von verschiedenen Notizen, Laborberichten und
Testresultaten kämpfen, so könnte ihnen fortan der 3D-Avatar
einen umfassenden Überblick über den Gesundheitszustand
des zu behandelnden Patienten geben. Klagt ein Patient etwa über
Rückenschmerzen, so könnte der Arzt mit einem Klick auf
die Wirbelsäule des ASME 3D-Avatars sämtliche Informationen
zur Wirbelsäule des Patienten abfragen. Diese umfassen alle
Texteinträge, Laborresultate, Röntgen- und Tomographieaufnahmen,
verschriebene Rezepte oder Therapieberichte. Will sich der Arzt
eine Stelle genauer ansehen, kann er den Ausschnitt nach Belieben
vergrössern. Auch kann er zwischen verschiedenen spezifischen
Ansichten, wie etwa der des Kreislaufs oder des Muskelsystems,
oder einer Gesamtansicht wählen.
Die Forscher zeigen erstmals auch eine Integration von ASME in
den Lotus Notes 8 Client, was die Software um nützliche Kollaborationsfunktionen
erweitert. Ein Arzt kann beispielsweise direkt aus der Anwendung
heraus in Echtzeit die Verfügbarkeit von Kollegen abfragen,
zu einer „Web-Besprechung/Chatsession“ einladen oder
eine gemeinsame Aktivität zur weiteren Behandlung initiieren.
Technologische Herausforderungen
Um die technischen Herausforderungen zu lösen, haben die Wissenschaftler
von IBM lernfähige Softwareprogramme und ausgeklügelte
analytische Methoden entwickelt sowie modernste 3D-Modellerstellung
verwendet. Die Schwierigkeit bestand darin, eine exakte Verknüpfung
der verschiedenen elektronischen Patientendaten mit der dreidimensionalen
Darstellung herzustellen. Um eine Brücke zwischen grafischen
Konzepten und unstrukturierten Textdokumenten zu schlagen, greift
ASME zurück auf die systematisierte Nomenklatur der Medizin
(SNOMED), die nicht weniger als 300000 medizinische Begriffe enthält.
Eine der kniffeligsten und gleichsam spannendsten Aufgaben bei
der Entwicklung bestand in der Definition der kontextuellen Suche.
Zoomt man auf einen bestimmten Körperteil, so benutzt das
System diese Information, um den Algorithmus der Informationssuche
entsprechend zu ändern. Will man also etwas über einen
Nagel wissen und fährt mit dem Pfeil über die Handknochen,
so erhält man auf diese Weise Informationen über Fingernägel
und nicht über Fussnägel.
ASME – ein Schritt auf dem Weg zu eHealth
Der Softwareprototyp von IBM ist ein wichtiger Schritt auf dem
Weg zu eHealth. Die IBM Forscher haben ASME als eine Komponente
einer umfassenden eHealth-Plattform von IBM, des «Medical
Information Hub», entwickelt. Diese erlaubt es Kliniken, Ärzten
und anderen Gesundheitspraxen, Informationen über den Patienten
zu sammeln und auszutauschen und zwar in Echtzeit, sicher und
selbstverständlich unter Wahrung des Datenschutzes. So könnten
zum Beispiel nach einem Klinikaufenthalt die Angaben, sofern
der Patient einwilligt, mithilfe des Medical Information Hub
gesammelt und beim nächsten Arztbesuch etwa mit ASME abgerufen
werden. Das System soll vorerst Ärzten vorbehalten sein,
während die Daten Eigentum des Patienten bleiben.
ASME – die Visionen der Forscher
In Bezug auf ASME arbeiten die IBM Forscher intensiv daran, die
Interaktivität und Schnelligkeit der Navigation zu optimieren.
In Zukunft könnte ASME aber noch weit vielseitiger sein:
etwa durch die Einbindung von Sprachtechnologie oder der lebensechten
visuellen Darstellung des 3D-Avatars. Die Vision geht dahin, dass die Forscher ein System
ganz ohne Tastatur entwickeln, und zwar mit Multi-Touch-Bildschirmen
und integrierter Sprachtechnologie.
Über das IBM Forschungslabor
Zürich
Das IBM Forschungslabor in Zürich ist der europäische
Zweig der IBM-Forschung, die mit weltweit rund 3500 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern an acht Standorten die grösste industrielle
IT-Forschungsorganisation darstellt. Das Zürcher Forschungslabor,
das 1956 als erstes IBM Labor ausserhalb der USA gegründet
wurde, hat heute rund 320 Mitarbeiter und vereint mehr als 30 verschiedene
Nationalitäten. Seit seiner Gründung vor mehr als 50
Jahren hat sich das Forschungslabor durch herausragende technische
Innovationen und wissenschaftliche Leistungen, darunter zwei Nobelpreise,
den Ruf einer weltweit führenden Forschungsinstitution erworben.
Das Spektrum der Forschungsaktivitäten reicht von der physikalischen
Grundlagenforschung über die Entwicklung künftiger Generationen
von Prozessoren und Computersystemen bis hin zu Supercomputing
sowie Software und Services, etwa in den Bereichen Sicherheit und
Datenschutz, Healthcare oder Business Optimization und Transformation.
Der ASME CeBIT-Showcase befindet sich auf dem IBM Messestand
in Halle 2 / A10.
Interviews mit den IBM Forschern
sind direkt auf der CeBIT möglich.
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