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Armonk, USA, 15. Mai 2008—Wissenschaftler
am IBM (NYSE: IBM) T. J. Watson Research Center, USA, stellen
heute an der 33. IEEE Photovoltaics Specialists Conference in
San Diego, USA, einen Durchbruch in der Photovoltaik-Technologie
vor, der die Kosten für die Gewinnung von Solarstrom deutlich
senken könnte.
Die Methode ist altbekannt: Durch das Bündeln von Sonnenlicht
mit einem Spiegel oder einer Linse kann man Blätter und Zweige
entzünden. Mit der gleichen Technik haben IBM Forscher nun
einen Rekord in der Solarzellentechnologie aufgestellt: Mithilfe
einer grossen Fresnel-Linse konzentrieren sie 230 Watt Sonnenenergie
auf eine ein Quadratzentimeter kleine Solarzelle — das entspricht
der 2300-fachen Bündelung des direkten Sonnenlichts. Diese
so genannte Konzentrator-Zelle (oder auch Konzentrator-Photovoltaik)
wandelt die Sonnenergie in 70 Watt elektrische Energie um und erzielt
damit eine fünfmal so hohe Leistungsdichte wie herkömmliche
Konzentrator-Photovoltaik (PV) Solarstromanlagen.
Heute verwendete Systeme konzentrieren ca. 20 Watt an Sonnenenergie.
Im Vergleich benötigt
eine bisherige Konzentrator-PV Anlage ein Zehnfaches an Solarzellen
und weiteren Komponenten, um dieselbe Menge an Solarstrom zu generieren
wie das IBM System. Eine industrielle Herstellung der IBM-Technologie
könnte daher zu deutlichen Kosteneinsparungen beim Bau einer
Konzentrator-PV-Solaranlage führen.
«Mit unserer Expertise und langjähriger Erfahrung in
den für uns klassischen Gebieten der Halbleitertechnik und
Chipforschung können wir entscheidend im Bereich der alternativen
Energieforschung beitragen», sagt Dr. Supratik Guha, Forschungsleiter
für Photovoltaik bei IBM Research. Er führt weiter aus: «Dieses
Projekt ist Teil unserer Grundlagenforschung, die nicht nur das
Wissen über Solarzellentechnologie erweitert, sondern den
Weg für Innovationen in einer ganzen Industrie bereitet.»
Der entscheidende Faktor, der zum Durchbruch führte, war
die Kühlung der Solarzellen. Die 2300-fache Konzentration
von Sonnenlicht auf eine Solarzelle generiert genug Wärmeenergie,
um selbst Stahl zum Schmelzen zu bringen. Ein Umstand, von dem
sich die Forscher in ihren Experimenten selbst überzeugten.
Durch die Anwendung von Methoden für die Kühlung von
Mikroprozessoren, die eine ähnlich hohe Wärmeentwicklung
aufweisen, schaffen es die Forscher, die Solarzellen von über
1600°C auf 85°C zu kühlen.
Sie setzen dabei auf die so genannte «Flüssigmetall»-Technologie:
Eine extrem dünne Schicht einer Gallium-Indium-Legierung
wird zwischen der Solarzelle und dem wassergekühlten Kühlkörper
aufgetragen. Diese spezielle «Flüssigmetall»-Schicht
führt die Wärme wesentlich besser und effizienter als
alle bisher eingesetzten Materialien ab.
Die IBM Forschung auf dem Gebiet der Photovoltaik konzentriert
sich auf vier Kernthemen: die Anwendung bestehender Technologien
in der Solartechnik, die Entwicklung günstigerer und effizienterer
Silizium-Solarzellen, die Konzentration von Photovoltaikzellen
auf engem Raum, sowie die Erforschung neuer Lösungen mit dünnen
Photovoltaikfilmen und neuartiger Photovoltaik-Konstruktionen auf
der Basis von Nanostrukturen wie Halbleiter-Quantenpunkten und
Nanodrähten.
Ziel dieser Projekte ist es, kostengünstige und effiziente
Photovoltaik-Module zu entwickeln, die die Komplexität minimieren
und die Flexibilität der Solarstromproduktion erhöhen.
Nähere Details entnehmen Sie bitte der angefügten englischsprachigen
Medienmitteilung.
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