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IBM betreibt seit 1956 Forschung in der Schweiz. Die Arbeit wurde
vorerst in gemieteten Räumen in Adliswil aufgenommen, bevor
ab 1962 eigene Gebäude in Rüschlikon zur Verfügung
standen. Diese wurden Mitte der achtziger Jahre erneuert und wesentlich
erweitert. Ein im Frühling 2000 fertiggestelltes zusätzliches
Gebäude ermöglichte, erstmals nach langer Zeit wieder
alle Mitarbeitenden auf dem eigenen areal unterzubringen. Ausserdem
erhielt der in Rüschlikon etablierte europäische Zweig
des Industry Solutions Lab die seiner Aufgabe in idealer Weise angepassten
Räumlichkeiten.
Als europäischer Zweig der IBM Forschung hat das Labor in
Rüschlikon neben seiner eigenen Forschungstätigkeit auch
die Aufgabe, die Beziehungen zu akademischen und industriellen Partnern
in Europa zu pflegen, dem Unternehmen das hier vorhandene Fachwissen
zu erschliessen und insbesondere jene technischen Gebiete zu verfolgen,
in denen Europa weltweit führend ist.
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Nach der Aufbauphase in den fünfziger Jahren beschäftigte
das Laboratorium rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bis Ende der siebziger Jahre vergrösserte sich ihre Zahl
stetig auf 120. In den achtziger Jahren beschleunigte sich
der Aufbau, besonders im Bereich der Informatik. Heute zählt
das Labor rund 300 Beschäftigte, darunter auch stets
etwa 30 Gastwissenschaftler, eine ganze Anzahl Hochschulabsolventen
vor oder nach dem Doktorat sowie Praktikanten. Von den wissenschaftlichen
Mitarbeitenden sind gegen 80 Prozent promovierte Hochschulabsolventen,
hauptsächlich in den Disziplinen Informatik, Elektrotechnik
und Physik. Mehr als 20 verschiedene Nationalitäten,
hauptsächlich aus Europa, prägen die ausgesprochen
internationale Atmosphäre des Labors in Rüschlikon.
| Aktivitäten und Organisation |
Die in die Strategien der IBM Forschung eingebetteten Aktivitäten
des Zürcher Laboratoriums gliedern sich in drei wissenschafltiche
und technische Abteilungen, deren fachliche Kompetenz über
Jahre aufgebaut wurde Systems,
Computer Science, sowie Science
& Technology. Ebenfalls im Zürcher Laboratorium
befinden sich das Industry Solutions Lab (ISL),
ein Begegnungsort von Wissenschaftler und Führungskräften
aus der Wirtschaft sowie ein Forum für IBMs neueste Mobiltechnologien
für e-Business und verwandte Technologien.
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| Interne und externe Kollaboration |
IBM Forscher arbeiten auch aktiv an Entwicklungen in der
internationalen wissenschaftlichen Welt mit. So betreibt das
Zürcher Labor zahlreiche gemeinsame Projekte mit Universitäten
in ganz Europa, beteiligt sich an Forschungsprogrammen der
Schweiz und der Europäischen Union und arbeitet mit Forschungsinstituten
industrieller Partner zusammen. IBM Wissenschaftler pflegen
darüber hinaus Kontakte zur wissenschaftlichen Gemeinschaft
durch ihr Engagement an Seminaren und Konferenzen wie auch,
in verschiedensten Funktionen, in professionellen Vereinigungen.
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Während all der Jahre des Bestehens des Labors haben Wissenschaftler
aus Rüchlikon immer wieder für ausserordentliche Resultate gesorgt.
Hier einige herausragende Beispiele:
Nobelpreise:
1986 wurden Gerd Binnig und Heinrich Rohrer für die Erfindung des
Rastertunnelmikroskops mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Ein ein Jahr später erhielten Georg Bednorz und Alex Müller dieselbe
höchste Auszeichnungfür die Entdeckung der Hochtemperatur-Supraleitung.
Trellis-codierte Modulation: Die Erfindung dieser Signalverarbeitungsmethode
revolutionierte die Datenübertragung über Telefonleitungen und wurde
zu einem Standard für Modems.
Signalverarbeitung für magnetische Speicherung: PRML
(Partial-Response with Maximum Likelihood Sequence Detection) und
NPML (Noise-Predictive Maximum Likelihood Sequence Detection) sind
Signalverarbeitungstechniken, die zusammen mit neuartigen Codierungsmethoden
wesentlich zur massiven Steigerung der Speicherdichte auf magnetischen
Hard-Disks beitragen.
Token Ring: Zürcher Wissenschaftler entwickelten in den
achtziger Jahren den Token Ring, der zu einem Standard für lokale
Netzwerke und zu einem höchst erfolgreichen IBM Produkt wurde.
PowerPRS Packet Routing Switch: Diese sehr effiziente Switch-Architektur
zeichnet sich durch mehrdimensionale Skalierbarkeit aus und wird
von IBM wie auch von OEM-Kunden in einer Vielzahl von Switch-Produkten
eingesetzt.
SET: Die wesentlichen technischen Grundlagen für SET (Secure
Electronic Transaction), dem von grossen Kredikartenfirmen unterstützten
Standard für sichere Zahlungen übers Internet, stammen aus dem IBM
Forschungslabor Zürich.
Smartcards: In Rüschlikon wurde höchst effiziente JavaCard-Technologie
erarbeitet, die von einem führenden Kartenhersteller für sichere
Multiapplikations-Smartcards lizenziert wurde und in vielen JavaCard-Projekten
verwendet wird.
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