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In Erinnerung an Heinrich Rohrer

Nobelpreisträger und IBM Fellow, 1933 - 2013

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Zürich, 21. Mai 2013—Der Miterfinder des Rastertunnelmikroskops, Dr. Heinrich Rohrer, verstarb am Abend des 16. Mai 2013 im Alter von 79 Jahren.

Heinrich RohrerHeinrich Rohrer trat im Dezember 1963 in das IBM-Forschungslabor in Rüschlikon ein und prägte dieses bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997 nachhaltig.

1978 holte er den jungen Physiker Gerd Binnig in das Labor. Die enge Zusammenarbeit der beiden Wissenschaftler basierte auf ihrem gemeinsamen Forschungshintergrund im Bereich der Supraleitfähigkeit und ihrer Faszination für atomare Oberflächen. Beide waren jedoch zunehmend unzufrieden über die eingeschränkten Möglichkeiten der bestehenden Instrumente zur Erforschung der atomaren Struktur von Oberflächen. Daher beschlossen sie, ein eigenes Instrument zu entwickeln, das fähig sein sollte, Atome zu sehen und zu manipulieren.

Binnig und Rohrer fanden heraus, dass ein Strom fliesst, wenn man zwischen einer Probe und einer nahe darüber befindlichen Spitze eine Spannung anlegt. Bewegt man nun die Spitze mit gleich bleibendem Abstand über die Oberfläche, dann variiert dieser sogenannte Tunnelstrom in Abhängigkeit von der atomaren Beschaffenheit der Oberfläche. Auf diese Weise erhält man ein Abbild der Oberfläche mit atomarer Auflösung. Diese Erkenntnis stand am Anfang der Entwicklung des sogenannten Rastertunnelmikroskops (RTM).

Gerd Binnig and Heinrich RohrerIm Januar 1979 reichten Gerd Binnig und Heinrich Rohrer ihr erstes Patent auf das RTM ein. Während der folgenden Monate nahmen die Erfinder eine Serie von Verfeinerungen vor, mit Hilfe derer die Präzision des mechanischen Designs verbessert und immer klarere Bilder erzeugt werden konnten. In einem ihrer ersten Experimente untersuchten sie die Oberflächenstruktur eines Siliziumkristalls, dessen Oberfläche sie mit perfekter atomarer Auflösung abbilden konnten.

Dank dem Rastertunnelmikroskop konnten erstmals Atome und Moleküle sichtbar gemacht, manipuliert und erforscht werden. Heinrich Rohrer gilt daher als einer der Väter der modernen Nanotechnologie.

Im Jahre 1986 erhielt er zusammen mit Gerd Binnig für die Erfindung des Rastertunnelmikroskops den Nobelpreis für Physik. Bei der Preisverleihung erklärte das Nobelpreis-Komitee, die Erfindung hätte „völlig neue Felder für die Erforschung der Struktur der Materie“ eröffnet. Heinrich Rohrer wurde im gleichen Jahr auch zum IBM Fellow ernannt — die höchste technische Auszeichnung des Unternehmens.

Zu Ehren von Heinrich Rohrer und Gerd Binnig wurde 2011 das neue Nanotechnologie Zentrum nach ihnen benannt.

Heinrich Rohrer war bekannt für seine Aufgeschlossenheit und seinen pointierten Witz und Humor. Er wurde von seinen Kollegen als herausragender und äussert kreativer Wissenschaftler, Mentor und Arbeitskollegen geschätzt. Nach seiner Pensionierung war es ihm ein wichtiges Anliegen, jungen Leuten in der ganzen Welt seine Wissenschaft näher zu bringen. Sein Werk wird nicht nur in der Forschung weiterleben, sondern auch künftig Wissenschaftler inspirieren und Menschen für die Forschung begeistern.

IBM soccer team 1986
IBM Fussballmannschaft 1986. Heinrich Rohrer und Gerd Binnig (mit Blumensträussen), Goalie Christoph Gerber (mit Ball).

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