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IBM Forscher erzielen neuen Rekord in Magnetband-Speichertechnologie

IBM Research zeigt eine Speicherdichte von 123 Gigabits pro Quadratzoll
Wissenschaftler präsentieren Prototypen für den Einsatz von Tape in der Cloud an der NAB Show in Las Vegas

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Rüschlikon, Schweiz/Las Vegas, U.S.A., 9. April 2015—Wissenschaftler von IBM Research – Zürich haben in Zusammenarbeit mit dem japanischen Unternehmen FUJIFILM erstmals Daten mit einer Speicherdichte von 123 Gigabits pro Quadratzoll (rund 6,45 cm²) auf einem weiterentwickelten Barium-Ferrit-Magnetband geschrieben. Mit der neuen Technologie könnte eine einzelne LTO-Kassette 220 Terabyte unkomprimierter Daten speichern. Dies entspricht der 88-fachen Kapazität einer heutigen Bandspeicherkassette im Industriestandard Linear Tape-Open der sechsten Generation (LTO6) oder einer 22-fachen Steigerung gegenüber dem neuesten IBM Tape-Produkt. Darüber hinaus bereiten IBM Forscher eine der zuverlässigsten, energieeffizientesten und kostengünstigsten Datenspeichertechnologien den Weg für den Einsatz in der Cloud.

Nach Angaben des IBM Researcher Mark LantzIT-Analysten Coughlin Associates werden heute mehr als 500 Exabyte an Daten in Bandspeichersystemen gespeichert.Während die Technologie bisher vorwiegend für die lokale Datensicherung in den Rechenzentren, für Disaster-Recovery-Lösungen oder zur Einhaltung gesetzlicher Auflagen zur Datenaufbewahrung verwendet wurde, werden weitere Anwendungen im Bereich von Big Data oder die externe Nutzung in der Cloud dank der geringen Kosten von wenigen Rappen pro Gigabyte und der Langlebigkeit des Mediums immer interessanter.

Wissenschaftler vom IBM Forschungszentrum in Rüschlikon erforschen daher die Integration der Bandspeichertechnologie in aktuelle Cloud-Object-Storage-Systeme, wie zum Beispiel OpenStack Swift. Ziel ist es, Object-Storage auf Bandspeichern zu ermöglichen, so dass wenig genutzte Daten-Objekte nahtlos auf eine sehr billige, langlebige und cloud-basierte Speichereinheit verschoben werden können. Ein Prototyp wird nächste Woche an der National Association Broadcasters Show in Las Vegas, U.S.A., am IBM Stand (N5223) vorgestellt.

„Mit unseren Forschungsarbeiten zeigen wir, dass Bandspeicher auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Speicherhierarchie spielen können“, sagt IBM Fellow Dr. Evangelos Eleftheriou.

Die ETH Zürich nutzt IBM Bandspeichertechnologie für den zentralen Daten-Backup und Wiederherstellungs-Service. „Die durchschnittliche Datenübertragungsrate auf Bandspeicher hat in den letzten Jahren stark zugenommen—heute auf etwa 60 Terabyte täglich und unsere Magnetbandbibliothek umfasst insgesamt mehr als 5,5 Petabyte“, sagt Dr. Tilo Steiger, Stellvertretender Leiter des ITS System Service der ETH Zürich. „Trotz der Fortschritte in der gesamten Speichertechnologie bleibt Tape auf Grund der Übertragbarkeit der Daten im LTFS-Anwendungsfall und des geringen Stromverbrauchs weiterhin ein vielversprechendes Medium für grosse Datenmengen.“

Ein weiterer wichtiger Schritt in dieser Hinsicht ist die nun demonstrierte massive Steigerung der Speicherdichte auf Magnetband. Möglich wurde der Rekord durch den Einsatz eines neuartigen Prototyp-Magnetspeicherbandes von FUJIFILM Corporation. Um eine Speicherdichte von 123 Milliarden Bits pro Quadratzoll zu erzielen, entwickelten die IBM Wissenschaftler darüber hinaus verschiedene wichtige Technologien für Bandspeichersysteme weiter.

So ermöglicht eine verbesserte Schreibkopftechnologie die Nutzung noch feinerer Barium-Ferrit-Partikel auf dem Magnetband. Eine verfeinerte Steuertechnik erlaubt eine sehr hohe Präzision bei der Positionierung des Lese- und Schreibkopfes mit einer Genauigkeit von weniger als 6 Nanometer und ermöglicht damit eine Spurdichte von 181 300 parallelen Spuren pro Zoll. Dies entspricht einer bis zu 39-mal höheren Spurdichte im Vergleich zum heute kommerziell erhältlichen LTO6 Format. Innovative Signalverarbeitungs-Algorithmen ermöglichen eine zuverlässige Datendetektion trotz Einsatz eines extrem schmalen, nur 90nm breiten, magnetoresistiven (GMR) Lesekopfes.

Seit 2002 arbeitet IBM insbesondere bei der Optimierung von zweifach beschichtetem und auf Barium-Ferrit-Partikeln basierendem Magnetband eng mit FUJIFILM zusammen. Dies ist bereits das vierte Mal, dass die Wissenschaftler dank der Kooperation und signifikanten Innovationen Rekordspeicherdichten demonstrieren konnten. Viele der bisher entwickelten Technologien werden bereits in IBM Magnetspeicherprodukten eingesetzt, zum Beispiel eine auf noise predictive maximum likelihood detection basierende Datendetektion sowie die erste Generation von Barium-Ferrit-Magnetband, welche beide 2007 erstmals demonstriert wurden.

Detaillierte technische Informationen zur vorliegenden Arbeit.

IBM Bandspeicherprodukte

IBM hat eine lange Geschichte von Innovationen im Bereich der Datenspeicherung auf Magnetband. Das erste kommerzielle Tape-Produkt, die 726 Magnetic Tape Unit, kam vor über 60 Jahren auf den Markt. Die verwendeten Spulen mit einem halben Zollbreiten Magnetband hatten eine Speicherkapazität von 2 Megabyte. Die in dieser Mitteilung angekündigte Datendichte bedeutet somit eine potentielle Steigerung der Kapazität um das 110 000 000 im Vergleich zu IBMs erstem Tape-Produkt. Diese Ankündigung bestätigt erneut IBMs kontinuierliches Engagement und Führerschaft in der Magnetbandspeichertechnologie.

Weiterführende Informationen über die Geschichte und Entwicklung von Magnetbandspeichern bei IBM.

Über FUJIFILM

Fujifilm ist in vielen Bereichen von Digitalkameras bis zum Kinofilm und von Computermedien bis zur medizinischen Bilderfassung aktiv, um Ihnen bessere Produkte zu bieten, komplexe Probleme zu lösen und unsere Umwelt zu schützen.

Press contact

Chris Sciacca
Media Relations
IBM Research - Zurich
Tel +41 44 724 84 43

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