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Zurich, Schweiz — 29. Okt 2008:
Ein Expertenteam des IBM Forschungslabors Zürich hat eine innovative,
handliche Authentisierungslösung für E-Banking-Anwendungen
entwickelt, die einem Memory-Stick mit eingebautem Display und Steuerungstasten
ähnelt. Sie bietet einen zusätzlichen Schutz angesichts neuer, immer raffinierterer
Angriffsmethoden von Hackern auf Heimcomputer und Laptops.
Erste Prototypen des „Zone Trusted Information Channel" (ZTIC) stehen für
Tests und Pilotanwendungen zur Verfügung.
Der „Security-Stick“ lässt sich über eine beliebige
USB-Schnittstelle an einen Computer oder Laptop anschliessen und baut eine
direkte, sichere Verbindung zum Online-Banking-Server der Bank auf. Auf
diese Art und Weise umgeht der ZTIC den Heimcomputer des Benutzers, der
möglicherweise von Hackern geknackt oder mit Malware befallen sein
könnte.
Mit dem ZTIC kann sich ein Benutzer einerseits sicher bei
einer E-Banking-Anwendung anmelden und einloggen, und andererseits
alle Transaktionen direkt mit dem Server überprüfen
und bestätigen. So schützt der „Security Stick“ selbst
vor immer abgefeimteren Formen von Hackerangriffen, die Daten — nicht
erkennbar für Benutzer und Bank — im Hintergrund
auf dem PC des Benutzers manipulieren könnten. Der ZTIC
bietet damit einen zusätzlichen Schutz zu den bisher existierenden
Sicherheitslösungen wie PIN-Codes, Chipkarte, oder Streichlisten.
Die ZTIC-Lösung schützt etwa gegen so genannte „Man-In-The-Middle“-Attacken.
Hierbei werden die zwischen dem Heimcomputer und Bankserver übertragenen
Datenströme von einem Hacker unauffällig abgefangen
und modifiziert. Die manipulierten Daten werden bei der Bank
als offizielle Transaktion des Benutzers wahrgenommen und umgekehrt
auch vom Benutzer als authentisch angesehen. Auch Malware hat
mit dem ZTIC keine Chance. Hierbei versucht ein Hacker eine
schädliche Software, wie etwa einen Virus oder ein so
genanntes Trojanisches Pferd, auf dem Heimcomputer des Benutzers
zu installieren. Gelingt dies, kann der Angreifer Nachrichten,
die der Benutzer schickt oder auf seinem Computerbildschirm
sieht in Echtzeit modifizieren — auch eine solche
Manipulation ist für den Benutzer nicht erkennbar. (Siehe
auch den IBM Kurzfilm: „Online
Banking Security“.
Die grosse Mehrheit von Hackerangriffen ist auf den Finanzdienstleistungssektor
gerichtet. Ein 2007 erschienener Bericht der schweizerischen
Melde- und Analysestelle Informationssicherheit (MELANI)
weist auf eine Zunahme erfolgreicher Malware-Angriffe hin und
hält fest: „Zwei-Faktoren- Authentisierungssysteme
(z.B. Streichlisten, SecurID, usw.) bieten keinen Schutz gegen
solche Angriffe.“
ZTIC bietet in Hinsicht der genannten Angriffsformen einen
zusätzlichen Schutz, weil mit dem ZTIC der möglicherweise
attackierte Computer umgangen wird.
„Angesichts einer immer professioneller operierenden
Hackerszene wurde uns klar, dass Authentisierungsverfahren,
die ausschliesslich auf PC-Software basieren, potenziell gefährdet
sind und es neue, innovative Ansätze braucht, um die Nase
vorn zu haben. Das gab den Startschuss für die Entwicklung
des ZTICs“, erklärt Dr. Peter Buhler, Manager Computer
Science am IBM Forschungslabor Zürich. Er fügt an: „Das
Konzeot der Lösung ist zudem Resultat einer genauen Analyse
von Pro und Kontra heute bekannter Lösungen.“
Die Lösung der IBM Forscher verschiebt alle sicherheitskritischen
und kryptographischen Prozesse, wie etwa die Eingabe eines
PIN-Codes während des Einloggens oder die Bestätigung
einer Transaktion, vom PC des Benutzers auf den „Security-Stick“.
Dieser bildet einen sicheren und vertrauenswürdigen Kommunikations-Endpunkt
für den Bankserver und Benutzer. Das Display des ZTICs
zeigt dem Benutzer die Daten an, die der Bankserver vom Benutzer
empfängt. „Aufgrund seiner geschützten Verbindung
zum Bankserver, ist der ZTIC ein ‚sicheres Fenster’ zum
Server“, erklärt Buhler. Auf diese Art und Weise
kann ein Benutzer Transaktionsdaten, die er wie gewohnt über
die Internetmaske im Browser eingegeben hat, prüfen und
mit den ZTIC-Steuerungstasten direkt bestätigen. Durch
die zusätzliche Kontrolle der Transaktionsdaten auf dem
ZTIC kann ein Benutzer möglicherweise manipulierte Daten
leicht erkennen und die Transaktion entsprechend annullieren.
Der ZTIC ist mit allen Betriebssystemen kompatibel und läuft
mit entsprechender Konfiguration durch eine Bank ohne Installation
zusätzlicher Software auf dem Heimcomputer. Erste industriell
gefertigte Prototypen stehen für Pilotanwendungen mit
interessierten Banken zur Verfügung.
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