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Erste IBM "Science Week" weckt Wissenslust

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Zürich, Schweiz, 15. April 2005 — 11 Schulklassen aus dem Kanton Zürich haben vom 11. bis 15. April an der ersten "Science Week" im IBM Forschungslabor Zürich teilgenommen, wo sie Wissenschaft und Technik hautnah erleben konnten.

Forschung zum Anfassen — 220 Schülerinnen und Schüler von Gymnasien, Sekundarschulen und internationalen Schulen rund um den Zürichsee und aus Winterthur, haben während der ersten "Science Week" im IBM Forschungslabor Zürich (ZRL) diese Herausforderung angenommen. Unter dem Motto "Faszination Forschung" hatten die Jugendlichen im Alter von 11 bis 19 Jahren die Möglichkeit, für einige Stunden einen Blick hinter die Kulissen des renommierten Forschungszentrums zu werfen, das nicht weniger als vier Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Auf dem Programm standen aktuelle Forschungsthemen, der Alltag der WissenschaftlerInnen und künftige Technologien und Trends der Informationstechnologie.

"Mit der Science Week wollen wir Jugendliche ermutigen, die für viele weitgehend unbekannte Welt von Forschung und Technik zu entdecken und Wissenslust wecken", erklärt Karin Vey, Communications Manager des ZRL.

Die begleitenden Lehrer zeigten sich begeistert, sei doch die Veranstaltung eine "äusserst bereichernde Ergänzung zum Fachunterricht." Kein klinischer, sondern ein lustvoller Umgang mit Technologie in schülergerechten Präsentationen sei ihnen geboten worden, befand der Lehrer einer Kantonsschulklasse.

Auch das Feedback der SchülerInnen war durchweg positiv — die Liste der Adjektive reichte von einmalig bis zu anregend und informativ. Vielen wurde durch die Veranstaltung die Bedeutung der technischen Wissenschaften in jedem Bereich des modernen Lebens erst richtig bewusst. Überrascht zeigten sie sich vom fortgeschrittenen Entwicklungsstand der Informationstechnologie und davon "dass die IT so schnell voranschreitet".

Auch die Begegnung mit WissenschaftlerInnen lieferte neue Einblicke. Ein 18-jähriger Schüler konnte feststellen, dass "Wissenschaftler doch nicht so sonderbar sind, wie ich dachte." Eine 19-jährige Schülerin bemerkte zum Arbeitsalltag im Forschungszentrum: "Ich hätte nicht gedacht, dass man so frei und individuell arbeiten kann."

Einigen hat sich sogar die Wissenschaft als Berufsperspektive erschlossen. So äusserte etwa ein 18-jähriger Schüler, dass er gesehen habe, dass die Forschung tatsächlich ein Beruf sei und nicht bloss ein bisschen Herumexperimentieren. Eine gleichaltrige Schülerin meinte dazu: "Ich habe gesehen, dass der Beruf bzw. die Wissenschaft nicht nur etwas für "Freaks" ist und unnötige Dinge erfunden werden, sondern im Gegenteil." Ein anderer Schüler hat sogar in der Wissenschaft einen zukunftsträchtigen Job ausgemacht.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Einführung in aktuelle Forschungsinhalte und der Austausch mit WissenschaftlerInnen. Vorgestellt wurden zwei Themenfelder, deren gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung zunehmend wächst — "Pervasive Computing" und "Nanotechnologie". Sie zählen zu den zentralen Forschungsgebieten des ZRL. "Pervasive Computing" steht für die Einbettung von Computern in Alltagsgegenstände und deren Vernetzung. Man spricht bereits vom "Internet der Dinge". Die Vision vom allgegenwärtigen, aber unsichtbaren Computer gab Anlass zu regen Diskussionen.

Der Themenschwerpunkt "Nanotechnologie" entführte die SchülerInnen auf eine nicht minder spannende Reise in die Nanometerdimension: die Welt der Moleküle und Atome. Mit der Entwicklung des Rastertunnelmikroskops (RTM) am Forschungslabor Zürich im Jahr 1981 wurde der Grundstein der Nanotechnologie gelegt. Für diese Leistung erhielten die IBM Forscher Gerd Binnig und Heinrich Rohrer 1986 den Nobelpreis für Physik. Die Veranschaulichung eines Nanometers und die Funktionsweise eines RTMs kamen genauso zur Sprache wie das "Millipede" Projekt, der weltweit erste nanomechanische Speicher. Dessen 10-jährige Entwicklungsgeschichte illustriert eindrücklich den Weg von der Grundlagenforschung bis zu einer möglichen Anwendung. Das Funktionsprinzip dieses Speicherbausteins ist im Grunde ähnlich wie bei früheren Lochkarten, nun aber mit Strukturgrössen im Bereich von Nanometern: Tausende von feinsten Spitzen "schreiben" winzige Vertiefungen in einen Polymerfilm. Mit dieser revolutionären Technologie können extrem hohe Speicherdichten von über 1 Terabit pro Quadratzoll erreicht werden — was etwa dem Inhalt von 25 DVDs auf der Fläche einer Briefmarke entspricht.

Forschung zum Anfassen bot die Vorstellung von Prototypen und Produkten der Zukunft. "Infoscope" zeigte etwa wie ein Besucher in Japan mit Hilfe eines Handys mit integrierter Digitalkamera in Echtzeit Übersetzungen von unbekannten Schriftzeichen vornehmen kann. Dabei wird ein digitale Aufnahme der Schriftzeichen an einen Server weitergeleitet, der mit der entsprechenden Software ausgestattet, die Schriftzeichen identifiziert, liest, in die gewünschte Sprache übersetzt und anschliessend die Übersetzung auf das Handy zurückschickt. Im "Blue Space", dem Büro der Zukunft, konnten die SchülerInnen herausfinden, wie eine gewöhnliche Schreibtischplatte sich in eine interaktive Computerschnittstelle verwandelt.

Neben diesem Ausflug in die Technik von morgen hatten die Jugendlichen ausgiebig Gelegenheit mit WissenschaftlerInnen über deren Arbeit und Alltag zu diskutieren. Ungefähr 20 ForscherInnen aus diversen Bereichen, darunter Sicherheit und Datenschutz, Chipentwicklung, Nanotechnologie, System- und Speichertechnik sowie Netzwerktechnologie, beantworteten die zahlreichen Fragen der Jugendlichen. Besonderes Interesse weckte die Frage nach dem multikulturellen Arbeitsumfeld und die Zusammenarbeit in weltweiten Teams. Grossen Anklang fanden auch die flexiblen Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit des Teleworkings von zu Hause oder unterwegs.

Press contact

Nicole Strachowski
Media Relations
IBM Research - Zurich
Tel +41 44 724 84 45

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